Nach dem Doppel-Silber in Cortina: Francesco Friedrich äußert sich zu seinen Plänen
Pirna – Während Gerd Leopold (67) die letzten Tage im Auto verbrachte, kam dem Trainer von Francesco Friedrich (35) ein Gedanke: „Waren Albertville meine ersten und zugleich letzten Spiele?“ Doch diesen Gedanken verdrängte er schnell. Stattdessen genoss er am Dienstag gemeinsam mit seinem Spitzenfahrer den Empfang auf der Pirnaer Kleinkunstbühne Q24.
„Franz“ und sein Team wurden gefeiert, als hätten sie olympisches Gold aus dem italienischen Cortina mitgebracht. Den Wert der Silbermedaillen schätzten alle hoch ein. Auch der herausragende Pilot würdigte die Leistung seines Rivalen Johannes Lochner (35): „Hansi war einfach der schnellere Fahrer.“
Diese Aussage hatte er bereits vor etwa einer Woche nach dem Vierer-Wettkampf getroffen. Ebenso ließ der 35-Jährige seine weitere Karriere weiterhin offen: „Das wird sich zeigen“, erklärte der Pirnaer. Die nächste WM findet vom 15. bis 28. Februar 2027 in Lillehammer, Norwegen, statt.
Bis dahin könnten die Fans von Friedrich vielleicht eine Antwort auf die Frage ihres Idols haben: „Wie habt ihr eigentlich die Fahnen an der Bahn in Cortina eingeschmuggelt?“
Obwohl die Kontrollen streng waren, waren die Flaggen zur Freude des Piloten sichtbar. Für Anschieber Alexander Schüller war es ein besonderer Moment, seine Familie an der Strecke zu wissen – anders als noch in Peking: „Das hat dem Silber einen besonderen Glanz verliehen.“
Leopold erinnerte auf der Bühne auch an die außergewöhnlichen Erfolge seines Schützlings, mit dem er seit 2010 zusammenarbeitet.
Der Coach stellte die Frage: „Wir haben 89 Weltcupsiege eingefahren, und wie viele hat der zweitbeste Deutsche? 45!“ Lange galt André Lange als Maßstab.
Ob Friedrich sich den „Traum von 100 Weltcupsiegen“ erfüllen wird, bleibt spannend. Bis eine Entscheidung fällt, wird jedoch gefeiert – denn die zwei olympischen Silbermedaillen sind ein großartiger Grund dazu.
Und dass die Bobfahrer feiern können, bewies Anschieber Felix Straub: „Nach dem Vierer-Rennen ging die Party bis 4:30 Uhr morgens.“